Thomas Widmer: «Armselige Sätze»

kulturtipp 04/2018 vom

von

Thomas Widmer über die Fallstricke der Kunstvermittlung.

Thomas Widmer (Bild: SCHWEIZER FAMILIE)

Thomas Widmer (Bild: SCHWEIZER FAMILIE)

Die lateinische Formel fiel mir ein, als wir letztes Jahr von der Arte Albigna heimreisten, einer Freiluft-­Kunst­ausstellung in der alpinen Welt des Bergells: Si tacuisses.  Der Spruch kommt mir seither immer wieder einmal in den Sinn, wenn ich eine Ausstellung besuche oder ein Museum. Si tacuisses: «Hättest du doch geschwiegen.»

Einiges war gut an Arte Albigna. Als wir oben dem Seilbähnli entstiegen, standen wir vor der gewaltigen Mauer des Albigna-Stausees. Gleich weiteten sich die Augen: Ein blauer Piaggio, ein italienisches Dreirad-­Trans­porterli, klebte, Fahrtrichtung talwärts, in halber Höhe an der annähernd senkrechten Mauer. Der Piaggio schien in der Fahrt festgefroren, die so aber nicht ­hätte stattfinden können; sie wäre ein Sturz gewesen. Um eine Installation Roman Signers handelte es sich, des bekannten Innerrhoder Künstlers. Humor im Gebirge war das, ein surrealer Kick, wir grinsten, lachten, redeten, das Werk weckte in uns eine elementare Schaufreude und löste Bilder im Kopf aus. Ich fand, dass der Piaggio – vor allem dank der seitlich ausgeklappten Rückspiegel – wirkte wie ein blauer Käfer. [...]

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