Tansy E. Hoskins: Chic auf die Barrikaden

kulturtipp 22/2016 vom | aktualisiert am

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Die englische Fernseh-Journalistin Tansy E. Hoskins hat «Das antikapitalistische Buch der Mode» geschrieben. Sie rechnet mit der Modeindustrie ab und ist gleichzeitig fasziniert davon.

Auf dem Laufsteg: Kreationen mit edlen Stoffen (Bild: ROPI)

Auf dem Laufsteg: Kreationen mit edlen Stoffen (Bild: ROPI)

Sie liebt schöne Kleider. Die Autorin Tansy E. Hoskins schenkt der Mode gar eine Liebeserklärung: «Modekreationen können inspirieren und umwerfend sein, und die Mode ist eine Kunstform, die unglaublich viel Können und Einsatz abverlangt.» Das ist für die Autorin die schöne Seite eines Phänomens, das ihr eigentlich zutiefst suspekt ist. «Mode legitimiert Macht und festigt die Vorstellung, dass diejenigen, die gerade ganz oben sind, auch dort bleiben sollten.»

Raffiniertes Instrument der Klassengesellschaft

Hoskins kritisiert in ihrem «antikapitalistischen» Modebuch den gesamten Produktionsprozess der Branche: von den ausgebeuteten Textilsklaven in der Dritten Welt, über die miesen Arbeitsbedingungen in Europa bis hin zur Scheinwelt der Modemagazine, die ihren Leserinnen eine fragwürdige Welt als erstrebenswert erscheinen lassen – mit krankhaft schlanken Models. Das alles ist schäbig und beklagenswert, aber nicht ganz neu.

Lesenswert ist Hoskins Buch, weil es neben der punktuellen Kritik die Modebranche in einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang stellt. Sie sieht die Branche als ein raffiniertes Instrument der Klassengesellschaft. Dabei beruft sie sich auf den marxistischen Literatur­theoretiker Terry Eagleton: «Am effizientesten ist der Unterdrücker, der seine Untergebenen dazu überredet, seine Macht zu lieben und zu begehren und sich mit ihr zu identifizieren», zitiert ihn Hoskins. [...]

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