Wolfgang Engler/Jana Hensler: Wenn das alte Leben wegbricht

kulturtipp 05/2019 vom | aktualisiert am

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Zwei Generationen, zwei Ansichten: Die Publizistin Jana Hensel und der Soziologe Wolfgang Engler ­erklären Ostdeutschland. Auch wenn die beiden sich heftig austauschen, ihre Diskussion brechen sie nie ab.

Symbol des DDR-Alltags: Der Trabi war nach der Wende nichts mehr wert, Berlin 1990 (Bild: IMAGO STOCK&PEOPLE)

Symbol des DDR-Alltags: Der Trabi war nach der Wende nichts mehr wert, Berlin 1990 (Bild: IMAGO STOCK&PEOPLE)

Dass eine Heimat und ein politisches System über Nacht verschwinden können, ist eine Erfahrung, die sich in Westeuropa kaum jemand vorstellen kann. Alles, worauf das Leben einmal aufbaute, war plötzlich weg – der Neuanfang wurde nicht selten arrogant vom Westen diktiert. Was das mit den Menschen gemacht hat, darüber unterhalten sich die zwei Ostdeutschen Jana Hensel und Wolfgang Engler in ihrem Gesprächsbuch «Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein».

Bestsellerautorin und Journalistin Hensel war 13 Jahre alt, als die Mauer fiel – Engler, ehema­liger Rektor der Berliner Ernst-­Busch-Schauspielschule und Lehr­beauftragter an der Uni­versität St. Gallen, war 37. Sie ist die Linksliberale, für die der  «Flüchtlingsherbst» 2015 «für Deutschland ein historisch strah­lender Moment» war. Er ist Linkskonservativer, der darin eine «tiefgreifende Krise der politischen Repräsentation» sieht. 

In ihrem lebendigen Austausch über die ost-west-deutsche Gegenwartsgeschichte geben die beiden Antworten dar­auf, wie es sich anfühlt, wenn das alte Leben nichts mehr wert ist. «Den Menschen wurde bedeutet, dass sie mit dem, was sie bis dahin erlebt hatten, nach der Wiedervereinigung nichts mehr anfangen können. [...]

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