Sachbuch: Machtgieriger Bundesrat

kulturtipp 18/2017 vom

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Der ehemalige Diplomat Paul Widmer hat den Aufstieg und den Fall des ­St. Galler Bundesrats Arthur Hoffmann recherchiert. Der Magistrat verschuldete im Ersten Weltkrieg eine Verletzung der Neutralität.

Arthur Hoffmann: Titelbild der welschen Satirezeitschrift «L’Arbalète» von 1917 mit dem Bundesrat (Bild: NZZ LIBRO, ZÜRICH)

Arthur Hoffmann: Titelbild der welschen Satirezeitschrift «L’Arbalète» von 1917 mit dem Bundesrat (Bild: NZZ LIBRO, ZÜRICH)

Der freisinnige St. Galler Bundesrat Arthur Hoffmann (1857–1927) war zu Beginn des Ersten Weltkriegs der starke Mann in der Landesregierung. 1917 musste er allerdings Knall auf Fall zurücktreten. Der zwar gewiefte, aber ehrgeizige Hoffmann, zuständig für die Aussenpolitik, hatte sich mit einer unzulässigen Intervention unmöglich gemacht: Er suchte einen vorzeitigen Separatfrieden zwischen den Mittelmächten Deutschland, Österreich sowie dem vorrevolutionären Russland. «Ich dachte zuerst, er sei nur wegen dieser einzigen misslungenen Vermittlungsaktion gescheitert. Nach und nach merkte ich bei der Recherche aber, dass Hoffmann ein doppeltes Spiel trieb», sagt Paul Widmer, Autor des Buches «Bundesrat Arthur Hoffmann – Aufstieg und Fall».

Falschen Mann ins Boot geholt
Der Jurist vertrat gegen aussen die An­liegen einer strikt neutralen Schweiz. Hintenherum liess er sich jedoch in die Politik der Mittelmächte einspannen, der Deutschen und der Habsburger, um einen Separatfrieden mit Russland zu arrangieren. Dieser hätte Berlin und Wien wiederum erlaubt, sich ganz auf die Westfront im Krieg gegen die Franzosen und die Briten zu konzentrieren. Die Pläne scheiterten mit dem Kriegseintritt der USA 1917, der zu einem neuen Kräfteverhältnis in Europa führte. [...]

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