Angelika Overath: Stadt der Gegensätze

kulturtipp 03/2019 vom | aktualisiert am

von

Angelika Overath lässt in ihrem poetischen Roman «Ein Winter in Istanbul» Ost und West, Gegenwart und Vergangenheit aufeinandertreffen.

Bosporusbrücke in Istanbul: Sie verbindet den asiatischen und den europäischen Kontinent (Bild: SHUTTERSTOCK.COM)

Bosporusbrücke in Istanbul: Sie verbindet den asiatischen und den europäischen Kontinent (Bild: SHUTTERSTOCK.COM)

Von der Stille des Engadins in den schwindelerregenden Trubel Istanbuls: In Angelika Overaths Roman macht der 45-jährige ­Religionslehrer Cla diese Erfahrung, die sein Leben verändern wird. In der Metropole widmet er sich seinen Studien über den Universalgelehrten Nikolaus von Kues. Dieser reiste im 15. Jahr­-hundert von Konstantinopel nach Venedig – mit der Absicht, die römisch-katholische mit der griechisch-orthodoxen Kirche zu versöhnen. Bei seiner Spurensuche trifft Cla auf den Kellner Baran und lernt eine neue ­Seite von sich kennen: Denn obwohl er in der Bündner Heimat mit der Lehrerin Alva ­liiert ist, bahnt sich zwischen den Männern eine zarte Liebesgeschichte an. Mit Baran lässt sich Cla nebst phi­losophischen Gesprächen auf verwirrend-­sinnliche Erlebnis­­se ein: Sie streifen über duftende Märkte, fahren mit der Fähre auf ­dem Bosporus, und beim Hamam-Ritual oder bei einer Derwisch-Zeremonie lässt er sich die Sinne vernebeln. Und Cla, der sich lange als ein «Windspiel aus Zweifeln» fühlte, findet langsam zu sich selbst …

Overath verknüpft in ihrem Roman östliche und westliche Mystik, das spätmittelalterliche Konstantinopel mit der zerrissenen Stadt der Gegenwart. Nicht immer fügen sich die historischen Passagen ganz nahtlos in die Handlung ein. Mit der Geschichte einer Selbstfindung, die sie mit viel Empathie für ihre ­Figuren erzählt, und ihrer sinnlich-poetischen Beschreibung der Metropole vermag sie jedoch zu fesseln. 

Buch

Angelika Overath

Ein Winter in ­Istanbul

272 Seiten

(Luchterhand 2018)

 

4 Fragen an Angelika Overath
«Es gibt keine Religionstoleranz ohne Geschlechtertoleranz»

 

kulturtipp: Wie Ihr Protagonist Cla verbrachten Sie im Rahmen eines Stipendiums längere Zeit in Istan­bul und leben seit vielen Jahren im Engadin. [...]

Achtung: Kostenpflichtiger Artikel

Für Personen ohne Abo der Zeitschrift kulturtipp und ohne Online-Abo ist dieser Beitrag kostenpflichtig.

Jetzt Abo lösen

Beitrag abrufen

Abonnenten der Zeitschrift kulturtipp und Online-Abonnenten können diesen Artikel kostenlos einsehen.

Nachname/Firmenname ODER Nickname:
Abonummer ODER Passwort:

Beitrag kaufen

Dieser Beitrag kostet CHF 3.00
Es ist nur Online-Zahlung per Kreditkarte oder Postcard möglich. Nach erfolgter Zahlung senden wir Ihnen den Beitrag als PDF an Ihre E-Mail-Adresse.

Jetzt kaufen

Dieser Artikel ist folgenden Themen zugeordnet

Weitere Artikel zum Thema

Roman: Kulturelle Kluft

Roman: Letztes Abenteuer

Angelika Waldis: Von Intrigen und Affären

Aktuelles Heft

Ausstellung

Salvatore Vitale – How to Secure
a Country

Sa, 23.2.–So, 26.5.

Fotostiftung Schweiz Winterthur ZH
www.fotostiftung.ch

Theater

Die Blechtrommel

So/Mo, 24.2./25.2., 19.00/20.00

Theater Kanton Zürich Winterthur
www.theaterkantonzuerich.ch

Mi, 20.3., 20.00 Stadttheater Langenthal BE
www.stadttheater-langenthal.ch

kulturtipp fürs iPad