Roman: Politik als tödliches Gift

kulturtipp 03/2018 vom | aktualisiert am

von

Der baskische Autor Fernando Aramburu bringt seine Heimat auf die literarische Weltkarte. «Patria» ist ein epischer Brocken, der sich liest wie eine luftige Novelle.

Fernando Aramburu: Der Baske zeichnet in seinem Roman ein lebendiges Wimmelbild – koloriert mit gehöriger (Selbst-)Ironie (Bild: IVÁN GIMÉNEZ TUSQUETS EDITORES, 2017)

Fernando Aramburu: Der Baske zeichnet in seinem Roman ein lebendiges Wimmelbild – koloriert mit gehöriger (Selbst-)Ironie (Bild: IVÁN GIMÉNEZ TUSQUETS EDITORES, 2017)

Hingebettet zwischen Pyrenäen und Atlantik, liegt das Baskenland als sprachlich-kulturelle Randregion im spanisch-französischen Grenzland. Landschaftlich ist es von rauer Schönheit, mit idyllischen Bergkäffern und stolzen Städten. Seine Bevölkerung freilich leidet unter einer bewegten Geschichte. Noch immer haftet dem Baskenland das Stigma jener Jahre an, als ETA-Terror und staatliche Gegenwehr das kulturelle, soziale und politische Leben torpedierten. Seit 2011 herrscht zwischen den Separatisten und dem spanischem Staat zwar Waffenstillstand, und vor knapp einem Jahr hat die ETA mit ihrer Entwaffnung begonnen; der Friede jedoch ist ein labiler, und die Erinnerungen an die Terrorjahre sind noch frisch.

Ein Leben geprägt von den ETA-Jahren 
Fernando Aramburu ist 1959 in San Sebastián, dem baskischen Donostia, geboren. Obwohl er seit 1982 in Deutschland lebt, ist auch sein Leben von den ETA-Jahren geprägt. Nun legt er seinen neunten Roman «Patria» vor, in dem er diese Erinnerungen als ausladende Familiengeschichte erzählt. Doch «Patria» ist weit mehr als Vergangenheitsbewältigung – ein episches Geflecht aus Geschichte und Geschichten, das die oft vergessene Minderheitenkultur am westlichen Rand Europas auf die literarische Weltkarte bringt.

Von einem Tag auf den andern ausgegrenzt
An einem regnerischen Nachmittag wird Txato Entzun erschossen. [...]

Achtung: Kostenpflichtiger Artikel

Für Personen ohne Abo der Zeitschrift kulturtipp und ohne Online-Abo ist dieser Beitrag kostenpflichtig.

Jetzt Abo lösen

Beitrag abrufen

Abonnenten der Zeitschrift kulturtipp und Online-Abonnenten können diesen Artikel kostenlos einsehen.

Nachname/Firmenname ODER Nickname:
Abonummer ODER Passwort:

Beitrag kaufen

Dieser Beitrag kostet CHF 3.00
Es ist nur Online-Zahlung per Kreditkarte oder Postcard möglich. Nach erfolgter Zahlung senden wir Ihnen den Beitrag als PDF an Ihre E-Mail-Adresse.

Jetzt kaufen

Dieser Artikel ist folgenden Themen zugeordnet

Aktuelles Heft

Ausstellung

Sollbruchstelle – Projekt 04 
Mi, 14.2.–So, 18.2./
Mi, 21.2.–So, 25.2.
Förrlibuckstr. 180, Zürich
www.die-sollbruchstelle.org 

Film

Film: The Shape Of Water
Regie: Guillermo del Toro
Ab Do, 15.2., im Kino

kulturtipp fürs iPad