Roman: Im Strudel der Liebe

kulturtipp 05/2019 vom

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Der englische Schriftsteller Julian Barnes erzählt in seinem neuen Roman «Die einzige Geschichte» vom Drama einer gescheiterten Beziehung.

Mittelstandsmief: Londoner Vorort um 1965 (Bild: BY L.V. CLARK /FOX PHOTOS/GETTY IMAGES)

Mittelstandsmief: Londoner Vorort um 1965 (Bild: BY L.V. CLARK /FOX PHOTOS/GETTY IMAGES)

Über die Liebe lässt sich nicht reden – höchstens ein Buch schreiben. Denn «in der Liebe ist alles wahr und falsch zugleich; sie ist das einzige Thema, über das man unmöglich etwas Absurdes sagen kann». Diese Erkenntnis gewinnt der Leser aus Julian Barnes’ neuem Roman.

Barnes erzählt eine Liebesgeschichte, die in der Tat absurd ist. Der 19-jährige Paul verliebt sich in die fast 30 Jahre ältere, verheiratete Susan. Sie lebt mit ihrem tranigen Ehemann in ­einer stickigen Beziehung und ist die Mutter zweier Töchter, die beide älter sind als Paul. Nach anfänglichem Zögern gibt Susan ihren Gefühlen nach und wendet sich dem jungen Verehrer zu. Eine Geschichte dieser Art galt im Mittelstandsmief ­eines Londoner Vororts in den 1960er-Jahren als skandalös. Die Liaison stösst allenthalben auf offene Abscheu. Ausser bei Susans verständiger Freundin Joan, die Barnes wie den kommentierenden Chor in einer griechischen Tragödie einsetzt. [...]

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