Volker Hage: Frauenversteher in Liebesnöten

kulturtipp 04/2019 vom | aktualisiert am

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Volker Hages biografischer Roman «Des Lebens fünfter Akt» geht den letzten drei Lebensjahren des Wiener Autors Arthur Schnitzler nach. Er zeigt den ­Seelenforscher als freiheitsliebenden Frauenhelden und als Melancholiker.

Volker Hage: Der Autor und Journalist ging dem Leben und Lieben Arthur Schnitzlers nach (Bild: THOMAS DUFFÉ)

Volker Hage: Der Autor und Journalist ging dem Leben und Lieben Arthur Schnitzlers nach (Bild: THOMAS DUFFÉ)

In seinen Büchern leuchtete ­Ar­thur Schnitzler (1862–1931) die menschliche Seele in all ihren Facetten aus. Besonders die Liebe und Libido standen im Zen­trum seiner Werke – vom «Reigen» bis zur «Traumnovelle». Mit Psychoanalytiker Sigmund Freud verband ihn eine distanzierte Freundschaft. 

Schnitzlers Figuren verstricken sich oft in erotische Abenteuer, was zuweilen für einen Theater-Skandal in der gediegenen Wiener Gesellschaft sorgte.  Inspiration für seine Werke holte sich der Arzt und Schriftsteller auch aus seinem eigenen turbu­lenten Liebesleben. Diesem geht der deutsche Literaturkritiker Volker Hage («Die Zeit», «Spiegel») nun in seinem biografischen Roman «Des Lebens fünfter Akt» nach. Er fokussiert dabei auf Schnitzlers drei letzte Lebensjahre: Der erfolgreiche Schriftsteller hatte nach dem Sui­zid seiner geliebten 18-jährigen Tochter Lili 1928 seine Lebensfreude verloren, doch die Frauen umschwärmten den 66-Jährigen weiterhin: Seine Ex-Frau, die Schauspielerin Olga, würde am liebsten wieder bei ihm einziehen, und seine Geliebte, die Schriftstellerin Clara, versucht, ihn mit allen Mitteln zu halten. 

«Wie ein verliebter Jüngling»
Der steten Vorwürfe der beiden Frauen leid, trifft er sich am liebsten mit der jungen Hedy, die keinerlei Erwartungen an ihn hat und ihm von ihren erotischen Erlebnissen erzählt. Und «wie ein verliebter Jüngling» fühlt er sich schliesslich bei der 36 Jahre jüngeren und verheirateten Übersetzerin Suzanne, die seine Liebe flammend erwidert. 

So aufreibend und schwierig zu koordinieren die vier Parallel-­Beziehungen auch sind: Mit ihnen erträgt er seine Traurigkeit, seine schwindenden Kräfte und Schreibblockaden besser. [...]

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