Wolf Haas: Eine heimliche Anhimmelung

kulturtipp 23/2018 vom | aktualisiert am

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Abseits seiner Brenner-Krimis schlägt der österreichische Erfolgsautor Wolf Haas in seinem Roman «Junger Mann» einen neuen ­Erzählton an. Halbautobiografisch berichtet er von einem Heranwachsenden, bei dem die Liebe erwacht.

Beglückende Lektüre: Der neue Roman von Wolf Haas (Bild: GERRY NITSCH)

Beglückende Lektüre: Der neue Roman von Wolf Haas (Bild: GERRY NITSCH)

«Coming-of-Age» heisst das Wort für Geschichten, die vom Heranwachsen erzählen. «Junger Mann» ist so eine Geschichte. Sie spielt in einer Zeit, als man ein Wort wie «Coming-of-Age» noch nicht kannte. Dafür gab es die Ölkrise und entsprechende Zwangsmassnahmen beim Benzin­verbrauch. Der namenlose Ich-Erzähler und Protagonist erinnert sich, so der allererste Satz: «Mit vier Jahren brach ich mir zum ersten Mal das Bein.» Dann, vier Seiten weiter: «Acht Jahre, vier Gipsbeine und eine Tonne Schokolade später begann ich, in den Sommerferien als Tankwart zu arbeiten.» Bald erklärt sich auch der Buchtitel: «Die Kunden nannten mich respektvoll ‹Junger Mann›. Aus­ser jenen Vollidioten, die mich ‹Fräulein› nannten.» 

Hochgeschossen, aber etwas dicklich
Der Junge, der hier erzählt, ist im Jahr 1973 ein «zwölfeinhalbjähriger Internatsschüler mit blonder Beatlesfrisur». Im kommenden zweiten Sommer auf der Tankstelle ist er «dreizehn Jahre und sieben Monate alt und einen Meter und 80 Zentimeter gross». [...]

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