Roman: Ein Spiel mit Realität und Illusion

kulturtipp 19/2018 vom

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Mit ihrem Roman «Hier ist noch alles möglich» legt die Baslerin Gianna Molinari ein starkes und eigenständiges Debüt vor, mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert ist. Der kulturtipp hat die 30-jährige Autorin zum Gespräch getroffen.

Legt viel Wert auf Präzision: Gianna Molinari arbeitete sechs Jahre an ihrem Debütroman (Bild: CHRISTOPH OESCHGER)

Legt viel Wert auf Präzision: Gianna Molinari arbeitete sechs Jahre an ihrem Debütroman (Bild: CHRISTOPH OESCHGER)

Am Anfang hatte Gianna Molinari ein Sammelsurium an Textmaterial, eine Fülle an Motiven: Ein Wolf. Eine Bankräuberin. Eine halb leere Verpackungsfabrik, mit Zäunen abgesichert. Inseln aller Art. Ein Mann, der vom Himmel fiel. All diese Motive hat die Autorin zu einem Roman verdichtet, der sich mit Grenzen und Fremdsein genauso befasst wie mit Identitätsfragen. Und auch wenn vieles in der Schwebe bleibt, ist daraus ein stimmiges Werk entstanden.

Der Wolf als unsichtbare Bedrohung  
Von der Ich-Erzählerin erfahren die Leser nur so viel: Die junge Frau wurde als Nachtwächterin in einer Fabrik engagiert, die kurz vor der Aufgabe steht. Sie richtet sich häuslich in einem leer stehenden Raum auf dem Fabrikgelände ein, schliesst lose Freundschaften mit den wenigen verbliebenen Arbeitern. 

Ansonsten scheint sie kein soziales Umfeld zu haben. [...]

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