Usama Al Shahmani: Doppelte Realität

kulturtipp 23/2018 vom | aktualisiert am

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Der irakische Autor Usama Al Shahmani schreibt im Roman «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» eindrücklich von Heimat, Flucht und seiner neuen Existenz in der Schweiz.

Wer flüchtet, lässt viel zurück: Der 1971 in Bagdad geborene Autor Usama Al Shahmani musste 2002 seine Heimat verlassen (Bild: THURGAUER ZEITUNG / RETO MARIN)

Wer flüchtet, lässt viel zurück: Der 1971 in Bagdad geborene Autor Usama Al Shahmani musste 2002 seine Heimat verlassen (Bild: THURGAUER ZEITUNG / RETO MARIN)

Wandern? Der Iraker Usama Al Shahmani ist irritiert, als er 2002 im Asylheim im Kanton Aargau von einer hier wohnhaften Irakerin von dieser Freizeitbeschäftigung erfährt. «Es war für mich unbegreiflich zu hören, dass die Leute in der Schweiz zu Fuss gehen – in Wäldern, Bergen, Tälern, auf schwierigen ­Wegen, um einfach nur zu wandern. Wir gehen, laufen, spazieren und bummeln. Aber wandern, das können wir nicht.» Im Arabischen gibt es nicht einmal ein Wort dafür. Hingegen habe «die arabische Sprache zahlreiche Synonyme für Heimat». «Für mich ist der Krieg das Einzige, das zu meiner Heimat passt.» 

Von den Mühen eines Neuanfangs
In seinem Buch «In der Fremde sprechen die Bäume arabisch» schildert der 47-jährige Literaturwissenschafter Usama Al ­Shahmani eindrücklich seine Familiengeschichte unter dem irakischen Diktator Saddam Hussein und seine neue Existenz in der Schweiz. Es ist eine Gratwanderung, in einem der friedlichsten Länder der Welt zu wohnen, während ihn Katastrophenmeldungen aus der Heimat erreichen. [...]

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