Roman: Das türkische Drama als Familienepos

kulturtipp 17/2016 vom

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Orhan Pamuks Debütroman «Cevdet und seine Söhne» aus den 70ern schildert den Brennpunkt Istanbul, wo sich Tradition und Moderne treffen.

Über drei Generationen hinweg schildert der heute 64-jährige Schriftsteller und Nobelpreisträger Orhan Pamuk in seinem Roman den Wandel der Wertevorstellungen und der gesellschaftlichen Verhältnisse in der Türkei mit dem Brennpunkt Istanbul. Im ersten Teil steht der etwas konservative, aber eigentlich unpolitische, muslimische Lampenhändler Cevdet im Mittelpunkt, der im Jahr 1905 auf Identitätssuche ist. 

Drei Kinder bestimmen den weiteren Verlauf des Familienepos in einer modernisierten und vor allem säkularisierten Gesellschaft. Die Familie schafft nach und nach den bürgerlichen Aufstieg. Doch die politischen Verhältnisse kommen ihrem Glück immer wieder in die Quere, etwa Interventionen des Militärs, die das Leben von Cevdets verzweigten Nachfahren prägen. 

Orhan Pamuks Debütroman ist die perfekte Lektüre, um den Hintergrund der aktuellen politischen Verhältnisse in der Türkei besser zu verstehen. 

Buch
Orhan Pamuk «Cevdet und seine Söhne» 
Deutsche Erstausgabe: 2011 
Heute erhältlich bei Fischer. 

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