Adolf Muschg: «Das Schreiben ist meine Lebensversicherung»

kulturtipp 17/2018 vom | aktualisiert am

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Altmeister Adolf Muschg legt mit «Heimkehr nach ­Fukushima» einen neuen Roman über die Liebe vor. Eine Begegnung mit dem 84-Jährigen, der sagt: «Das ­absolute ­Meisterwerk ist eine ­Fantasie.»

Adolf Muschg: «Die grössten Liebesgeschichten haben mit Katastrophen zu tun» (Bild: TANJA DEMARMELS / 13 PHOTO)

Adolf Muschg: «Die grössten Liebesgeschichten haben mit Katastrophen zu tun» (Bild: TANJA DEMARMELS / 13 PHOTO)

Es ist ein schlichter Brief, der dem Leben des 62-jährigen Architekten Paul Neuhaus frischen Wind einhaucht: Der Bürgermeister von Yoneuchi bittet ihn um Unterstützung beim Aufbau einer Künstlerkolonie nahe des japanischen Unglücksmeilers Fukushima. Die Regierung wünscht sich eine Rückkehr der Weggezogenen. Denn an den olympischen Spielen in drei Jahren will sich Japan «sauber präsentieren, sonst bliebe das Publikum aus, und die sensiblen Athleten gingen erst gar nicht hin».

Die geöffnete Sperrzone als Kulisse für sein Buch Sieben Jahre nach dem Erdbeben in Japan, der damit ausgelösten Atomkatastrophe in Fukushima und dem Tsunami mit fast 20 000 Toten setzt sich Adolf Muschg mit der Tragödie literarisch auseinander. Die geöffnete Sperrzone mit der immer noch strahlenden Erde ist die Kulisse für sein Buch «Heimkehr nach Fukushima». 

Hier kommen der Deutsche Paul und die Japanerin Mitsuko, die Frau eines alten Freundes, sich näher. Zwei Figuren, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die aber beide auf der Flucht vor der Vergangenheit sind. Er peinlich berührt von seinem Leben, das er als satter Erbe seines Grossvaters sorglos führen kann; sie gefangen in einer schwierigen Ehe.

«Das Auge des Sturms ist die ruhigste Stelle», sagt Muschg bei einem Treffen in einem Zürcher Café. «Die grössten Liebesgeschichten haben mit Katastrophen zu tun – das Unglück als Stachel. [...]

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