Bernhard Schlink: Bedingungslose Liebe

kulturtipp 04/2018 vom | aktualisiert am

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Bernhard Schlink stellt eine starke Frauenfigur ins ­Zentrum seines neuen Romans «Olga» und schlägt ­den Bogen vom Deutschland des späten 19. Jahr­hunderts bis in die 70er-Jahre.

Bernhard Schlink: Der deutsche Autor erzählt die Geschichte einer stolzen, unabhängigen Frau (Bild: GERAINT LEWIS / EYEVINE)

Bernhard Schlink: Der deutsche Autor erzählt die Geschichte einer stolzen, unabhängigen Frau (Bild: GERAINT LEWIS / EYEVINE)

Schon früh muss die 1883 geborene Olga auf eigenen Beinen stehen: Nach dem Tod ihrer Eltern wächst sie in Pommern bei ihrer harschen Grossmutter auf. Bildung muss sie sich als Mädchen gegen alle Widerstände erkämpfen. Beharrlich verfolgt sie ihren Traum, Lehrerin zu werden. In der Kindheit stets an ihrer Seite ist der Gutsbesitzersohn Herbert. Als sich die beiden ineinander verlieben, stossen sie auf Ablehnung – seine Eltern erhoffen sich für ihren Sohn eine Partie aus höherem Stand. 

Herberts Reaktion ist die Flucht: Er zieht nach Deutsch-­Südwestafrika in den Krieg gegen die Hereros, der in einem grausamen Völkermord der deutschen Kolonialmacht mündet. Olga, die sozialdemokratische Ideale vertritt, billigt Herberts Helden-Fantasien zwar nicht, bleibt ihm aber ver­bunden. 

Erneuter Aufbruch des Geliebten
Nach seiner Rückkehr verbringen die beiden eine schöne gemeinsame Zeit, doch Herbert schwärmt von «deutscher Manneszucht, deutschem Wagemut und deutschem Heldentum»: 1912 bricht er zu einer gefährlichen Expedition zum Nordpol auf. Der Autor stützt sich hier auf die historisch verbürgte Figur des Polarforschers Herbert Schröder-­Stranz, der ebenfalls im Krieg in Deutsch-Südwestafrika war. 

Olga lebt derweil ihr eigenes bescheidenes Leben als Lehrerin und später, durch eine Krankheit taub geworden, als Näherin. [...]

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