Oper: Eine Stimme voller Tränen

kulturtipp 04/2018 vom

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Die Zürcher Opernfreunde erlebten den Aufstieg der Sopranistin Sonya Yoncheva vor drei Jahren live. Zurzeit singt sie Opern nur noch in Metropolen, kehrt aber für Liederabende zurück nach Zürich und Genf.

Sonya Yoncheva: Die Sopranistin ist seit 2015 auf einem Triumphzug durch die Opernwelt (Bild: KRISTIAN SCHULLER)

Sonya Yoncheva: Die Sopranistin ist seit 2015 auf einem Triumphzug durch die Opernwelt (Bild: KRISTIAN SCHULLER)

Es war eine Katastrophe für das Opernhaus Zürich, damals im April 2015. Die Generalprobe der mit Spannung erwarteten neuen «Traviata» sang Anita Hartig – danach kam ihre Absage: nicht nur für die Premiere, sondern gleich für alle sechs Vorstellungen. Kurioserweise hätte exakt in derselben Periode die steil die Karriereleiter aufsteigende Sonya Yoncheva in Zürich die Rolle der Lucia di Lammermoor singen sollen. Sie hatte aber abgesagt, da ihre Stimme nach der Geburt ihres Kindes schwerer geworden war und sie deshalb auf das Koloraturfach verzichten wollte. Für Violetta aber war Yoncheva bereit – und triumphierte.

Singen mit der Idee für das Ganze
Schon im Trinkduett mit Alfredo erkannte man den Unterschied zu den Durchschnittssängern rund um sie herum. Sie reihten Töne aneinander, konnten sie aber nicht fühlend mitdenken. Yoncheva hingegen sang immer mit einer grossen Idee für die ganze Phrase, ja die ganze Rolle. Sie war keine dieser Sternschnuppen-Violettas, die Schlüsselworte genüsslich von sich schleudern, danach aber nur warme Luft bieten. Wie sie aus einem tragenden Pianissimo her­aus dank kühner Legato-­Kunst zu ­einem erhabenen Mezzoforte fand, war hinreissend. [...]

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