Online-Archiv: Kunst per Mausklick

kulturtipp 05/2019 vom

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Ein Teil der Kunstsammlung des Bundes wird über das Internet für jedermann zugänglich ­gemacht. Nun kann man sich die ersten 93 Werke online anschauen.

Albert Welti erlangte nie die Bekanntheit seines Zeitgenossen Ferdinand Hodler. Klar, da ist das Wandgemälde «Landsgemeinde» im Bundeshaus. Doch seine teils traumartigen Bilder sind weniger geläufig. In «Walpurgisnacht» etwa schiessen Hexen nackt oder mit geblähtem Rock aus einem Kamin. 

Das kuriose Gemälde von 1897 kann man nun online begutachten. Denn das Bundesamt für Kultur (BAK) möchte bis 2020 die wichtigsten Werke der Kunstsammlung des Bundes einem breiten Publikum im Internet zugänglich machen. Viele der rund 22 000 Kunst- und Designobjekte befinden sich heute in Museen, hängen in der Bundesverwaltung, in Botschaften oder lagern im Sammlungszentrum in Bern. Seit Dezember sind nun die ersten 93 Werken aufgeschaltet. Sie stammen aus der Gottfried Keller-Stiftung – einige der Werke sind in der neuen Ausstellung im Landesmuseum auch live zu sehen. 

Für das Online-Projekt arbeitete das BAK mit der ETH-Bibliothek Zürich zusammen, auf deren Plattform «E-Pics» das Archiv basiert. Diese ist nüchtern gehalten und lässt sich einfach bedienen. Die Objekte erscheinen in ­einem Raster. Eine Navigationsleiste ermöglicht die Filtersuche nach Künstlern, Standort, Epoche oder Objekttyp. Das gewünschte Werk ­öffnet der Benutzer per Mausklick in einem neuen Fenster. Nun kann man es herunter­la­den oder im persönlichen Sammelordner speichern. Ein Informations-­Symbol liefert Wissenswertes zu Format, Provenienz, Standort. Ein kurzer Text klärt auf über Künstlerbiografie und Werkentstehung. Mit einem Mausklick auf das rote Signet «Zoom» breitet sich das gewünschte Objekt in hoher Auflösung auf dem Bildschirm aus. So entdeckt man plötzlich, dass eine von Albert Weltis Hexen rote Socken trägt.

Kunstsammlung des Bundes online
https://kdb.e-pics.ethz.ch/

Ausstellung
Glanzlichter der Gottfried Keller-Stiftung 
Do, 14.2.–Mo, 22.4.
Landesmuseum Zürich

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