Nachlese «Diskothek»

kulturtipp 04/2018 vom | aktualisiert am

Jeden Montagabend diskutieren Musikexperten auf Radio SRF 2 Kultur verschiedene ­Auf­nahmen eines Musikwerks. In der Nachlese stellt die ­Redaktion von «Diskothek» die Sieger­alben vor. Nachzuhören auf: ww.srf.ch/sendungen/diskothek 

Mo, 8.1.: César Franck Violin­sonate A-Dur 
Die Aufnahme mit dem Schweizer Duo Rachel Kolly d’Alba (Violine) und Christian Chamorel (Klavier) überzeugte. Sie spürt den agogischen Freiheiten des Werks nach, bringt die variantenreichen Tempi zum Klingen. Überzeugt hat auch die neueste Einspielung mit Isabelle Faust (Violine) und Alexander Melnikov (Klavier), die auf historischem Instrumentarium eine zurückhaltende, fein ausgehörte Lesart vorstellen.

Mo, 15.1.: Gustav Mahler Sinfonie Nr.3 d-Moll
Mahler will mit seinem Werk nichts weniger als die Welt abbilden. Hierfür brauche es Mut zum Schmutz, wenngleich mit Geschmack, befanden die Experten. Sie hörten dies im 1. Satz der Aufnahme mit Dirigent Bernard Haitink. Am zweitbesten gefiel Ivan Fischer mit dem Budapester Festivalorchester: konventionell, neutraler als Haitink, zügiger auch und damit die andere Richtung der Mahler-Interpretation zeigend.

Mo, 22.1.: W.A. Mozart Klavierkonzert Nr.9 Es-Dur KV 271
Interpreten, die dieses Werk stärker in der barocken – und damit freieren – Spieltradition verorten, sind in der ersten Runde ausgeschieden: David Greilsammer mit einem modernen Flügel und Arthur Schoonderwoerd mit einem historischen Pianoforte. Bei Letzterem ist die kammermusikalische Orchester-Besetzung klanglich reizvoll und historisch korrekt, aber nicht das, was sich Mozart gewünscht habe, so die Kritiker.

Mo, 29.1.: Claude Debussy Jeux
Brandneue Aufnahmen gibt es kaum. Pierre Boulez allerdings hat Debussys Werk gleich dreimal eingespielt – zum letzten Mal in ­einer Live-Aufnahme vom Lucerne Festival mit dem Cleveland Orchestra (2002). Und sie wirkte rhythmisch präzise, mit viel Drive, aber ohne Ekstase. Diese ist bei Simon Rattle und dem City of ­Birmingham Symphony Orchestra sehr wohl vorhanden (1989). ­Deshalb kam auch sie in die Schlussrunde. 

«Diskothek», jeweils Mo, 20.00 Radio SRF 2 Kultur

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