Meine Kulturwoche: Margrit Bornet, Kabarettistin

kulturtipp 18/2014 vom

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Margrit Bornet: Mit viel Schalk und Selbstironie bringt sie sich selbst als Margrit Bornet auf die Bühne (Bild: Vasistas)

Margrit Bornet: Mit viel Schalk und Selbstironie bringt sie sich selbst als Margrit Bornet auf die Bühne (Bild: Vasistas)

Die letzten Proben mit meinem neuen Programm «Bornet Identity» nehmen mich sehr in Anspruch. Aber sobald das Stück sitzt, gibt es wieder Platz für anderes. So gehört es zu meinem Beruf, die Bühnenauftritte von Kolleginnen und Kollegen zu besuchen. Ich werde diesen Herbst bestimmt das Abschiedsprogramm «Happy End» von Jörg Schneider sehen – mit etwas Wehmut. Es berührt mich, wie die ältere Generation der Schweizer Kabarettisten nach und nach aufhört oder aufhören muss. Jörg Schneider ist ein wunderbarer Schauspieler, er hat die Szene jahrzehntelang geprägt. Man wird ihn vermissen. Auch Helga Schneiders Show «Hellness» im Hechtplatz Zürich werde ich besuchen. Sie ist eine Freundin von mir, und wir diskutieren jeweils unsere Vorstellungen. Da mag es auch etwas gegenseitige Kritik ertragen, denn diese hilft einem weiter, wenn sie wohlwollend gemeint ist.

Und da ist noch Bänz Friedli, den ich persönlich kennengelernt, aber noch nie in ­einem abendlichen Programm gesehen habe. Er spielt diese Saison sein Stück «Gömmer Starbucks?» weiter. Ich freue mich darauf, ihn zu sehen.

In meinem neuen Programm «Bornet Identity» setze ich auf meine bisherigen ­Figuren, darunter die Coiffeuse Sandra, der Teenager Susi oder der Theaterkritiker Berni. Ich wähle jeweils Menschen aus dem Alltag, die allen bekannt vorkommen, aber ich muss sie bühnenwirksam überzeichnen. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer erkennen in meinen Figuren Bekannte von sich, aber wahrscheinlich kaum je sich selbst

Neu bringe ich mich selbst, als Margrit Bornet, auf die Bühne. In einem einfachen Kostüm ohne Perücke, einfach so, wie ich bin – und dennoch als Persiflage. Das ist eine komplett neue Herausforderung, und ich bin gespannt, wie das Publikum darauf reagieren wird.

Wenn ich auf Tournee bin, reise ich mit dem Zug durch die ganze Schweiz, da komme ich ziemlich zum Lesen. Ich liebe die Texte von Pedro Lenz, und ich verschlinge Biografien, wie die spannende Lebensgeschichte der Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek. Interessant sind für mich auch Yoga-Sach­bücher, denn ich gebe einmal in der Woche Stunden als Yogalehrerin. Ich kann besonders das Buch «Autobiografie eines Yogi» von Paramahansa ­Yogananda empfehlen, das sich als Einstieg in die Materie gut eignet.

Bornet Identity 
Premiere: Sa, 13.9., 20.00 
Im Hochhaus Zürich
Do, 18.9., 20.00 La Capella Bern
Weitere Aufführungen: www.margrit-bornet.ch

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