Klaus Merz: Melancholisch heiter

kulturtipp 05/2019 vom | aktualisiert am

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Der Aargauer Dichter Klaus Merz kombiniert eine ­Firmengeschichte mit Lyrik. Ein seltsames literarisches Konstrukt, das aber gefangen nimmt.

Klaus Merz: Akribisch arbeitender Wortschöpfer (Bild: HAYMON VERLAG/FOTOWERK AICHNER 2012)

Klaus Merz: Akribisch arbeitender Wortschöpfer (Bild: HAYMON VERLAG/FOTOWERK AICHNER 2012)

Wenn der Titel dieses eigenartigen Buches kleingeschrieben ist, hat dies seinen Sinn. «firma» wirkt wie ein gestyltes Warenlabel und illustriert trefflich das lakonische Journal, mit dem Klaus Merz seinen neuen Band eröffnet. In knappen Einträgen erzählt er die Geschichte einer namen- und branchenlos bleibenden Firma von deren Gründung 1968 bis zum Ende 2018. Das Wort «firma» taucht in diesem Text aber auch in seinem ursprünglichen lateinischen Sinn des «Festhaltens per Unterschrift» auf.

Das Festhalten gehört zum Kerngeschäft von Klaus Merz, der seinem Publikum seit 1967 in knappen Worten die Welt vor Augen führt. Der 73-jährige Aargauer ist ein Dichter im Wortsinn, dessen Bücher ­schmal sind, dessen Zeilen aber meist mehr anklingen lassen als andernorts ganze Kapitel. Seine Meisterschaft liegt darin, Lapidares in leuchtende Lyrik zu giessen. Und obwohl Merz die beiden Teile seines neuen Buches explizit als «Prosa» und «Gedichte» deklariert, liest sich auch die prosaische Firmengeschichte wie ein Langgedicht.

Die vielen kleinen Tode im Alltag
Kommt hinzu, dass sich das Journal mit der angehängten Gedichtsammlung auch thematisch überlagert. Da wie dort geht es um die vielen kleinen Tode des Alltags, die auf das grosse Finale hinweisen. [...]

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