Lyrik: Feinsinniger Beobachter

kulturtipp 17/2018 vom

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Der Berner Poet Raphael Urweider hat seinen vierten Lyrikband «Wildern» veröffentlicht und begibt sich auf eine Reise durch Stadt und Natur.

Alexandria, Brüssel, San ­Diego, Dresden, Kairo oder Hongkong: Das alles sind Stationen, die Raphael ­Urweider in seinem neuen Band lyrisch verdichtet. 

Es sind atmosphärische ­Momentaufnahmen einer Stadt: Gerüche, Menschen, Eindrücke, Stimmungen. Etwa Wien, mit dem das ­lyrische Ich offensichtlich keine Freundschaft schliesst: «geh da hältst du die ­glut­hitze aus / stoisch übersiehst du uns wien / wie wir verstauben in dir (…)» Bis zum Schluss bleibt die Stadt dem Erzähler verschlossen. 

Mit «Wildern» erscheint nach zehn Jahren der vierte Lyrikband des vielfach ausgezeichneten Berners, der auch als Rapper, Musiker, Übersetzer und Dramatiker bekannt ist. «Jedes Kapitel hat für mich etwas mit Fremdsein zu tun, mit fremden Ländern, Entfremdung, mit Ortschaften, Verorten», hat Urweider in einem ­Radio-Interview gesagt. Am ­offensichtlichsten wird dieser rote Faden bei den Städte­ansichten im Kapitel «orten». Er fasst den Begriff aber auch weiter, etwa wenn er durch die Natur streift und feinsinnige Beobachtungen in Poesie umwandelt.

Im Kapitel «weilen» widmet er dem Baum in all seinen Einzelteilen je ein Gedicht – von der Knospe, der Blüte und dem Blatt bis zum Ast, zum Stamm und zur Wurzel. Und gerade bei der Wurzel mit ihrer Suche «nach grund nach halt» schliesst sich der Themenkreis der Verortung wieder. 

Früchte bis ins Detail seziert 
Die Botanik ist auch im Kapitel «fruchten» ein Thema: Hier geht er der Ananas, der Guave, dem Granatapfel oder der Passionsfrucht auf den Grund, seziert sie bis 
ins Detail. [...]

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