Kaku Wakako: Wo die Funken sprühen

kulturtipp 09/2015 vom | aktualisiert am

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Vier Poeten aus der Schweiz und Japan haben sich in Tokio zur altjapanischen Tradition der Kettendichtung getroffen.

Kaku Wakako: Japanische Dichterin, Sängerin und Regisseurin (Bild: Huun Utayomi Gymnasium)

Kaku Wakako: Japanische Dichterin, Sängerin und Regisseurin (Bild: Huun Utayomi Gymnasium)

Wenn vier Dichter unterschiedlichen Alters und aus unterschiedlichen Kulturen an einem Tisch sitzen, sprühen die kreativen Funken: Der 69-jährige Aargauer Autor Klaus Merz und der 40-jährige Berner Poet Raphael Urweider haben sich anlässlich des japanisch-schweizerischen Dichtertreffens 2014 zur Kirschblütenzeit in Tokio mit zwei japanischen Dichterkollegen getroffen: dem 83-jährigen Altmeister Tanikawa Shuntaro und der 53-jährigen Dichterin Kaku Wakako. Nach einer altjapanischen Tradition haben sie zusammen ein Kettengedicht, das sogenannte renga, kreiert. 

Dem Ältesten gebührt der Anfang: Shuntaro startet mit einem Vierzeiler, Urweider knüpft assoziativ daran an. Innerhalb dreier Tage entsteht mithilfe von zwei Übersetzern eine 36-gliedrige Gedichtkette. 

In die Verse fliessen Kindheitserinnerungen, literarische Anspielungen oder surreale Bilder mit ein. Im daraus entstandenen Band «Es geht fast immer ein Wind» steht dem deutschen Gedicht die Entsprechung in japanischer Schrift gegenüber. Und die Lesenden können sich vom Wind der Poesie in überraschende Gefilde tragen lassen. 

Buch
Klaus Merz, Tanikawa Shuntaro, Raphael Urweider, Kaku Wakako
«Es geht fast immer ein Wind»
88 Seiten
Übersetzung: Matsushita Taeko, Eduard Klopfenstein
(Wolfbach 2015).

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