Die Musik der Zürcher Band Ronin nimmt gefangen. Ihre Geflechte aus simpel schönen Melodielinien, harten Funkrhythmen und daraus montierten Minimal-Loops haben eine hypnotisierende Wirkung. Was sich ab CD als mathematisch perfektes Konstrukt anhört, offenbart sich im LiveErlebnis als organisches Klanggewächs. Die rituelle Choreografie von Pianist und Bandleader Nik Bärtsch verdeutlicht modulare Bauweise und improvisatorische Freiräume seiner Musik, die sich den Besonderheiten der jeweiligen Lokalität, des Publikums und der individuellen Befindlichkeit der Musiker anpasst. Entsprechend überraschend hört sich das «Live»-Doppelalbum auch für Ronin-Kenner an, klingt das «Modul 17» in Tokio doch anders als in Lörrach, wo es zudem mit «Modul 41» verlinkt wird. Und am Enjoy Jazz Festival Mannheim spielt die Band anders als am Minimal Music Festival Amsterdam. Eine Entdeckungsreise in acht Stationen.


[CD]
Nik Bärtsch’s Ronin
Live
(ECM 2012).
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