Evelinn Trouble: Bekifft ins Kino

kulturtipp 01/2014 vom

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Evelinn Trouble (24): Die Zürcher Sängerin und Multiinstrumentalistin überschreitet mit ihrer Band und als Solokünstlerin die Grenzen zwischen Psychedelic-Pop und Rock

Evelinn Trouble (24): Die Zürcher Sängerin und Multiinstrumentalistin überschreitet mit ihrer Band und als Solokünstlerin die Grenzen zwischen Psychedelic-Pop und Rock (pd)

Evelinn Trouble (24): Die Zürcher Sängerin und Multiinstrumentalistin überschreitet mit ihrer Band und als Solokünstlerin die Grenzen zwischen Psychedelic-Pop und Rock (pd)

Seit ich nach London gezogen bin, fliege ich im Dreieck zwischen England, Berlin und Zürich umher. Da kommt man selten zur Ruhe. Wohl auch jetzt nicht in der eher entspannten Zeit über den Jahreswechsel. Dann kehre ich für Konzerte in die Schweiz zurück und bin zwei Wochen am Stück unterwegs (zum Beispiel am 28.12. im Moods Zürich, am 30.12. im Théâtre du Lapin-Vert Lausanne, am 31.12. im Mokka Thun, am 3.1. im Hirscheneck Basel und am 4.1. im Cardinal Schaffhausen). Müsste ich meine Musik beschreiben, würden es wohl die Begriffe melodiös, psychedelisch und emotional am besten treffen. Mit meinem Trio (Flo Götte an der Gitarre und Domi Chansorn an den Drums) gehts in eine ziemlich experimentelle Richtung. Ich mag Musik, die herkömmliche Songstrukturen bricht, ohne dabei den Pop-Appeal zu verlieren.

Eine Künstlerin, die das in meinen Augen perfektioniert hat, ist Joy Frempong alias OY – eine wunderbare Sängerin und Musikerin. Kennengelernt habe ich sie über meinen Bassisten Flo, der früher eine Progrock-Impro-Band mit ihr hatte. Ihren Auftritt im Moods am 8.1. werde ich keinesfalls verpassen. Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich am Schauspielhaus Zürich «Die Physiker» besuchen. Ich kenne viele der Schauspieler vom letzten Sommer, als ich für ein Stück am Pfauen die Live-Musik gemacht habe. Seit diesem Job bin ich ziemlich theaterversessen.

Als Kinofan kann man mich hingegen nicht bezeichnen. Trotzdem werde ich mit Freunden eine Tradition hochhalten; wie letztes Jahr gehen wir bekifft ins Kino, um uns «The Hunger Games – Catching Fire» anzusehen. Mein absoluter Lieblingsfilm ist jedoch «Apocalypse Now». Den könnte ich immer wieder sehen – seine Wirkung verliert das Meisterwerk nie. Und wenn wir schon beim Krieg sind: Im Moment lese ich «Catch 22» vom US-Schriftsteller Joseph Heller. Eine unglaublich komische Lektüre über amerikanische Soldaten, die während des Zweiten Weltkriegs auf einer Mittelmeerinsel stationiert sind. Die absurden Dialoge und skurrilen Szenen, die Heller beschreibt, sind zum Totlachen.

Wenn ich mal Ablenkung brauche, unterhalte ich mich zu Hause am Laptop mit amerikanischen Comedy-Serien wie «Drunk History»: Eine Person wird abgefüllt und muss stockbesoffen ein historisches Ereignis nacherzählen. Schauspieler wie Jack Black oder Owen Wilson müssen das Erzähl­te nachstellen. Da ich gerade Demos von neuen Songs aufzeichne, höre ich tagein, tagaus eigene Musik. Für Abwechslung sorgt die ­Psychedelic-Rock-Platte «She’s my Guru» von Fai Baba – eines meiner persönlichen Lieblings­alben dieses Jahres.

Tourdaten unter www.evelinntrouble.com

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