Erzählband: Klischees auf den Kopf gestellt

kulturtipp 16/2018 vom

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Die englische Autorin ­Helen Simpson umkreist in ihrem neuen Erzählband «Nächste Station» das ­Leben um die 50 mit viel Selbstironie.

Helen Simpson: Neun Geschichten übers Älterwerden (Bild: CELIA CLARK)

Helen Simpson: Neun Geschichten übers Älterwerden (Bild: CELIA CLARK)

Ob Gleitsichtbrille, Wechseljahre oder leicht aus der Form geratene Körper: Die Frauen in Helen Simpsons neuem Erzählband nehmen es meist mit Humor. Die ­Kinder sind erwachsen, die Karriere ist gefestigt, und sie haben wieder Zeit, sich um ihre eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Die Neben­erscheinungen des Älterwerdens treten zwar zutage, aber dafür haben sich nach ­turbulenten Jahren eine ­gewisse Gelassenheit und Lebensweisheit eingestellt. Und die Energie, etwas ­Neues anzupacken, ist noch immer da. 

In ihren neun Geschichten, die alle nach Orten benannt sind, erzählt die 59-jährige in London lebende Autorin ­Helen Simpson aus dem ­Leben gut situierter Mittfünfzigerinnen. Nebst munterer Selbst­ironie schwingt eine gewissse Melancholie mit, wenn ihre Figuren Bilanz ­ziehen: Scheidungen und ­Affären haben ihre Spuren hinterlassen. Da ist zum ­Beispiel Tracey in der längsten Erzählung «Berlin». Mit ihrem Mann Adam und einer ­Reisegruppe sieht sie sich Wagners «Ring»-Zyklus in voller Länge an: Nebst ­Gedanken zu den mal er­müdenden, mal euphorisierenden Opern schweift sie immer wieder ab zu ihrer ­Beziehung, die festzustecken scheint. Besonders in der Nacht tauchen die «Quälgeister» auf und lassen ­verpasste Chancen und schmerzliche Ereignisse Revue passieren. «Ich bin froh, dass ich durchgehalten habe. [...]

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