Clemens ­J. Setz: Ein Reptil unter Primaten

kulturtipp 07/2019 vom | aktualisiert am

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Der österreichische Autor Clemens ­J. Setz beleuchtet in seinem neuen ­Erzählband «Der Trost runder Dinge» das Unheimliche.

Betreibt Seelen-forschung: Der Grazer Schriftsteller Clemens J. Setz (Bild: MAX ZERRAHN)

Betreibt Seelen-forschung: Der Grazer Schriftsteller Clemens J. Setz (Bild: MAX ZERRAHN)

Die Welt ist ein beängstigender Ort – zumindest in der Wahrnehmung von Clemens J. Setz’ Figuren. Unvermittelt packt sie im Alltag das Entsetzen über scheinbar Harmloses. Etwa der Maler Conradi, der sich vor Dingen fürchtet, die anderen Gegenständen gleichen – so wie ein Entenschnabel, der je nach Sichtweise einem Fuchs- oder Hundekopf ähnlich sieht, wie ein Foto im Erzählband belegt. Angst empfindet Conradi aber auch vor einem Sternbild, vor Achselhöhlen oder vor Frauen im Allgemeinen. 

Surreal-grotesker Humor schwingt mit 
In seinem zwölften Werk taucht der 36-jährige Grazer Autor in die Seelenabgründe seiner gebeutelten Protagonisten. Er eröffnet einen Blick hinter das Offensichtliche und zeigt, wie sich die Wirklichkeit durch die Per­spektive seiner Protagonisten verschiebt. Seine Figuren erinnern ansatzweise an Wilhelm Genazinos genau beobachtende Antihelden, die mit der Welt nicht ganz klarkommen. Während Genazinos Figuren sich aber melancholisch ihrem Schicksal ergeben, befinden sie sich bei Setz in existenzieller Not. Angst, oft regelrechte Panik sind wieder kehrende Themen in seinen 20 Erzählungen. [...]

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