Dok-Film: Ansteckende Begeisterung

kulturtipp 06/2019 vom

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Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla mischt den klassischen Konzertbetrieb auf. Arte widmet der sympathischen Litauerin ein erhellendes Filmporträt.

Es gibt sie, aber sie sind rar: ­Dirigentinnen. Um wahrgenommen zu werden, müssen sie besser sein als ihre männlichen Kollegen. Mirga Grazinyte-­Tyla schafft dies mit links. Die 31-jährige Litauerin ist Chef­dirigentin in Birmingham und hat das dortige Symphony ­Orchestra mitsamt dessen Publikum im Sturm erobert. Sie spielt ihren jugendlichen Elan voll aus. Ihre Energie und Begeisterung sind ansteckend, sagen Musiker im Film von Daniela Schmidt-­Langels. Das ist im Sinn der ­Dirigentin, der es um partnerschaftliches Arbeiten geht: «Beim gemeinsamen Musizieren gibt es kein Ich mehr», sagt sie und unterläuft damit die herkömmliche Hierarchie des Konzertbetriebes. Der Film macht deutlich, worin ihr musikalisches Grundvertrauen gründet: In ihrer Familie, die seit Generationen für die Musik lebt. In ihren Träumen und Visionen, die sie mit Erfolg verwirklicht. Und in diesem Erfolg selbst, der ihr neue Energie gibt. Am 26. Mai ist sie mit ihrem Orchestra in der Zürcher Tonhalle zu erleben. 

Die Dirigentin – Mirga Grazinyte-Tyla
Regie: Daniela Schmidt-Langels
D 2017, 53 Minuten
So, 10.3., 23.00 Arte

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