Davos Festival : Mozart und Bratwurst

kulturtipp 17/2017 vom | aktualisiert am

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Das Davos Festival behauptet sich im Alpenfestival-­Markt mit ungewöhnlichen Programmen, Szenerien und einem Neubau.

Klassische Musik zum Lerchengesang: Familienbrunch am Schwarzsee, Davos Festival 2016 (Bild: YANNICK ANDREA)

Klassische Musik zum Lerchengesang: Familienbrunch am Schwarzsee, Davos Festival 2016 (Bild: YANNICK ANDREA)

Auf dem Grill brutzeln Würste, die Spätaufsteher stopfen das letzte Stück Zopf in den Mund. Und während das Ohr von Oboen- und Fagott-­ Liebeleien nicht genug kriegen kann, wandert das Auge vom Festbankett über den Schwarz­see hinweg in den blauen Himmel und schliesslich besorgt zum Nebentisch, wo am Boden eine imposante Deutsche Dogge zufrieden dem Geschehen folgt.

Wer in diesem Ambiente am Sonntagmorgen in einer Waldlichtung Mozarts Oktett KV 375 gehört hat, geht nur widerwillig zurück in stickige Festspielhäuser. Alsbald ­erklingt Volksmusik: Mal sanft den Lerchengesang konkurrierend, mal so wild geschmettert, dass da und dort gar ein Tanzbein geschwungen wird und Kinder beglückt durch den Wald jauchzen.

So beginnt ein typischer Tag am Davos Festival. Hier erlebt das Publikum an ungewöhnlichen Orten ausgetüftelte Programme, die in ihrer Komplexität einzigartig sind. Die Ideen entstehen im Kopf des Schweizer Klarinettisten und Festivalleiters Reto Bieri, eines famosen Programm-Spinners.

Derweil sich Verbier und Gstaad mit Stars übertrumpfen und Förderprogramme als Nebenreihen führen, hat sich Davos ganz den jungen Musikern verschrieben, sich «Young Artists In Concert» auf die Fahne geschrieben. Selbst wer bereits einen Namen hat, erkennt den Mehrwert der Davoser Aufgaben und lässt sich ein auf das Experiment, tritt solistisch auf und bindet sich ein ins Festspiel-Kammerorchester. So kann der Intendant jeweils fast 80 junge Musiker zwei Wochen lang wie Spielfiguren einsetzen, um seine Klangideen zu sinnlichen Erlebnissen werden zu lassen. [...]

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