Bühne: Ein Spiel mit verschiedenen Identitäten

kulturtipp 02/2018 vom

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Die Regisseurin Mizgin Bilmen inszeniert auf der ­Vidmar-­Bühne in Bern Ingeborg Bachmanns viel­stimmigen Roman «Malina» in einer Theaterfassung.

Innere Zerrissenheit: 1971 erschien Ingeborg Bachmanns autobiografisch geprägter Roman «Malina» (Bild: YOUTUBE)

Innere Zerrissenheit: 1971 erschien Ingeborg Bachmanns autobiografisch geprägter Roman «Malina» (Bild: YOUTUBE)

Beklemmende, manchmal verstörende Szenen prägen diesen Roman, den die österreichische Autorin Ingeborg Bachmann (1926–1973) als «geistige Autobiografie» bezeichnete. Vordergründig handelt es sich bei «Malina» um eine Dreiecks­geschichte: Die Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin mit selbstzerstörerischen Tendenzen, lebt Mitte des ­20. Jahrhunderts zusammen mit ihrem bodenständigen Partner Malina in Wien. Ihre Leidenschaft gilt jedoch dem Nachbarn Ivan, mit dem sie eine ­Affäre hat – ihm will sie nahe sein, stösst aber oft auf Gleichgültigkeit. Kernstück des Ro­mans bildet der mittlere Teil: In Albträumen und tranceartigen Zuständen erinnert sich die Ich-Erzählerin an Gaskammern und Vergewaltigungen, ihr  ­Vater tritt dabei als äusserst brutale, autoritäre Figur auf. 

Das Weibliche hat keinen Platz  
«Malina» ist zwei Jahre vor Ingeborg Bachmanns mysteriösem Tod entstanden. Sie komponiert in ihrem Roman Briefe, Dialoge, Reflexionen, Traumsequenzen und andere Fragmente zu ­einem vielstimmigen Psychogramm. Ihre leidigen Erfahrungen als Intellektuelle in ­einer männer­dominierten Welt und mit dem Nationalsozialismus fliessen ebenso ein wie ihre schwierige Beziehung zu Max Frisch und ihre massive Tablettensucht. 

Wie bringt man diesen komplexen Roman, der mit verschiedenen Identitäten und Erzählformen spielt, auf die Bühne? Die 34-jährige deutsche Regisseurin Mizgin Bilmen lotet noch aus, inwieweit sich dieser Roman als Theaterstück eignet. [...]

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