Andrea Gerk: Von Murrköpfen und Motzkühen

kulturtipp 03/2018 vom | aktualisiert am

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Andrea Gerks neues Buch ist ein Loblied auf die schlechte Laune mit Beispielen aus der Kultur­geschichte von der Antike bis in die Gegenwart – mit Witz und Schwung geschrieben.

Andrea Gerks (Bild: Wassilios Nikitakis)

Andrea Gerks (Bild: Wassilios Nikitakis)

In heutigen Zeiten herrsche Zwangsoptimismus, ist die deutsche Journalistin Andrea Gerk überzeugt. Davon zeugen etwa die unzähligen Ratgeber, die das positive Denken propagieren. «Heute kann man kaum noch in Ruhe schlecht gelaunt sein», findet sie. Mit ihrem neuen Buch «Lob der schlechten Laune» schafft sie Abhilfe und überzeugt ihre Leser mit viel Humor von den Vorteilen der grantigen Stimmung. Die Autorin entdeckt darin «anarchische Widerstandskraft, kreatives Potenzial und einen hohen Unterhaltungswert» – und gesund ist das gelegentliche lautstarke Schimpfen obendrein, wie wissenschaftliche Studien nahelegen. 

Weit suchen muss sie zur Untermauerung dieser Thesen nicht: Die Kulturgeschichte von der Antike bis heute liefert genügend Beispiele. In den Komödien genauso wie in den Krimis wimmelt es von Miesepetern – von Molières «Menschenfeind» bis zu Wolf Haas’ Detektiv Brenner, in der Verfilmung wunderbar mürrisch gespielt von ­Josef Hader. 

Beispiele mit Wiedererkennungseffekt
Und auch an klugen Murrköpfen aus Literatur, Philosophie oder Politik mangelt es nicht: Gerk erinnert etwa an den Philosophen Arthur Scho­penhauer, der befand: «Das Leben ist eine missliche Sache.» Seinen geistigen ­Höhenflügen tat das keinen Abbruch. Gerk liefert Anekdoten aus dem Leben des Gelehrten, der für seine Knurrigkeit bekannt war und erst in späten Jahren im Zusammenleben mit ­einem Pudel zur Seelenruhe fand. [...]

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