Biografie: Galgenvogel des Geistes

kulturtipp 05/2018 vom

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Der Historiker Bernd Schuchter erinnert an eine schillernde Figur der Geistesgeschichte: Julien Offray de La Mettrie war ein Genie und ein Narr.

Das älteste Gasthaus von Paris: Im «Le Procope» trafen sich die Philosophen (Bild: Magnus Manske)

Das älteste Gasthaus von Paris: Im «Le Procope» trafen sich die Philosophen (Bild: Magnus Manske)

Das älteste Gasthaus von Paris war eine Schwatzbude. Heute ist das Lokal «Le Procope» aus dem Jahr 1686 ein feines Restaurant im Quartier Latin, in einer Seitenstrasse des Boulevards Saint Germain. Ausser einer Inschrift deutet nichts darauf hin, dass hier Geistesgeschichte der Aufklärung geschrieben wurde von Philosophen wie Denis Diderot oder Voltaire, die hier bei Kaffee und Wein über Gott und vor allem die Welt diskutierten. 

Radikaler Aufklärer und überzeugter Atheist
In diesen Kreis gehörte eine Figur, die heute in Vergessenheit geraten ist: Julien Offray de La Mettrie, genannt die «Maschine» (1709–1751). Er war ein radikaler Aufklärer, lehnte Autoritäten ab, konsequenterweise auch die philosophischen Grös­sen seiner Zeit. Zudem war er ein Atheist und der festen Überzeugung, dass der Mensch ein dysfunktionaler Haufen Materie ist. Seele, Leben nach dem Tod und göttliche Vorsehung waren ihm ein Gräuel. 

Wer das im 18. Jahrhundert unverblümt zu Papier brachte, wusste allerdings, dass er sich damit Schwierigkeiten einhandelte. Der Philosoph de La Mettrie blieb aber stur, denn er erkannte so früh wie kein anderer: Die Religion ist die Wurzel des menschlichen Dramas auf dieser Welt. [...]

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