Französische Malerei: Vergessenes in neuem Glanz

kulturtipp 23/2017 vom | aktualisiert am

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Die Unbekannten sind besser, als man denkt. Das Zürcher Kunsthaus hat in seinen Beständen Werke französischer Künstler aus dem 19. Jahr­-hundert ausgegraben, die heute kaum jemand kennt und die dennoch sehenswert sind.

Jean Louis Ernest Meissonier: «Campagne de France, 1814», 1864 (Bild: MUSÉE D’ORSAY, PARIS / TONY QUERREC)

Jean Louis Ernest Meissonier: «Campagne de France, 1814», 1864 (Bild: MUSÉE D’ORSAY, PARIS / TONY QUERREC)

Jean Louis Ernest Meissonier war ein typischer Vertreter seiner Zeit: Er setzte in seinen wichtigsten Werken auf den damaligen Zeitgeist, den omnipräsenten Nationalismus im Bür­gertum. Der Maler idealisierte militärische Heldentaten, auch wenn diese in einer Katastrophe endeten. So etwa in der Darstellung von Napoleon mit seiner Kavallerie «Campagne de France» aus dem Jahr 1864, die den Betrachter heute befremdlich anmutet. Napoleon war damals zwar längst tot; seine Feldzüge kosteten Tausende das Leben, aber das durfte das nationale Bewusstsein nicht trüben. 

Die Unbekannten treffen auf bekannte Meister
Ernest Meissonier (1815–1891) wusste genau, was sein Publikum wünschte. Nämlich einen stolzen Feldherrn, auch wenn dieser in der «Campagne» von 1814 Niederlage um Niederlage erlitt, bis er nach Elba ins erste Exil musste.

Meissonier ist heute vergessen. Jetzt erinnert das Kunsthaus Zürich an ihn und andere unbekannte Zeitgenossen in seiner neuen Ausstellung «Gefeiert und verspottet – Französische Malerei 1820–1880». «Diese Künstler wurden durch den im deutschsprachigen Raum zu Beginn des 20. Jahrhunderts festgelegten Kanon der französischen Malerei jener Epoche ins Abseits gedrängt», wie es im Ausstellungstext heisst. [...]

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