Ausstellung «Mexikanische Grafik»: Rebellische Grafik

kulturtipp 11/2017 vom | aktualisiert am

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Das Zürcher Kunsthaus wartet mit einer Trouvaille auf, die es für die Besucher erst zu entdecken gilt – mexikanische Grafik.

Diego Rivera: «Los frutos de la educación. Los frutos de la tierra», 1932 (Bild: BANCO DE MÉXICO DIEGO RIVERA & FRIDA KAHLO MUSEUMS TRUST, MÉXICO D.F. /2017 PROLITTERIS, ZÜRICH)

Diego Rivera: «Los frutos de la educación. Los frutos de la tierra», 1932 (Bild: BANCO DE MÉXICO DIEGO RIVERA & FRIDA KAHLO MUSEUMS TRUST, MÉXICO D.F. /2017 PROLITTERIS, ZÜRICH)

Ein gefürchiger Geselle galoppiert dem Betrachter entge­gen: Mit «Revolutionärer Reiter» ist diese makabre Grafik des mexikanischen Künstlers José Guadalupe Posada (1852–1913) überschrieben. Stellt sich die Frage: Was meint der indianisch-stämmige Künstler damit? Wandte sich Posada gegen den politischen Umbruch in ­einer von feudalen Strukturen bestimmten Neo-Kolonie? Oder misstraute er selbst ernannten Revolutionären, die der mexi­kanischen Bevölkerung in der zweiten Hälfte des vorletzten Jahrhunderts Heilsversprechen verkündeten? Wahrscheinlich trifft die zweite Vermutung zu, denn 1874 endet die liberale ­Regierungsperiode Mexikos, die auf den ersten indianischen Regierungspräsidenten, Benito Juarez, zurückging. Danach setzte bis 1910 eine Zeit der Diktatur ein, die dem Volk als revolutionärer Umschwung verkauft wurde.

Das Zürcher Kunsthaus zeigt die Arte popular von José Guadelupe Posada in einer neuen Ausstellung mit mexikanischer Grafik. Die Werke stammen aus der Sammlung des Zuger Fotografen Armin Haab (1919–1991), der nach dem Zweiten Weltkrieg erstmals nach Mexiko reiste und mit der Kamera das Leben der Einheimischen dokumentierte. Haab fand in Mittelamerika eine Kunsttradition vor, die ihn faszinierte: «Der Stil dieser Linol- und Holzschnitte, Lithographien, ­Radierungen und Aquatints ging mir ins Blut wie Traubenzucker», schrieb er dazu. 

Bekannte und unbekannte Werke
Armin Haab legte eine syste­matische Sammlung an, die er später dem Zürcher Kunsthaus verschenkte: 400 Blätter und Mappen von 65 Künstlerinnen und Künstlern aus dem späten 19. [...]

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