«Magritte, Dietrich, Rousseau»: Facetten der Wirklichkeit

kulturtipp 06/2018 vom | aktualisiert am

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Das Zürcher Kunsthaus stellt unter dem Titel ­«Visionäre Sachlichkeit» neben Grössen wie ­Magritte oder Rousseau den Thurgauer Bodensee-­Künstler Adolf Dietrich vor.

Adolf Dietrich: «Brustbild eines Mädchens», 1923 (Bil: 2017 PROLIT TERIS, ZÜRICH)

Adolf Dietrich: «Brustbild eines Mädchens», 1923 (Bil: 2017 PROLIT TERIS, ZÜRICH)

Hier schreibt einer etwas ungelenk, aber umso eindrücklicher: «Trotzdem ich nicht weit in der Welt mich habe umsehen können, habe ich doch ein innerlich bewegtes Leben hinter mir & ob es mir gelingt, mich zukünftig mehr der Kunst widmen zu können, wird die Zeit lehren.» Das ist ein Auszug aus dem selbst verfassten Lebenslauf des Thurgauer Künstlers Adolf ­Dietrich vom 15. Januar 1919. Er sollte noch mehr als 30 Jahre leben und dennoch nicht viel weiter in der Welt herumkommen.

Seine Heimatgemeinde als Lebensmittelpunkt
Das Zürcher Kunsthaus  erinnert nun in einer neuen Ausstellung mit Werken aus der Sammlung an die gegenständlichen Künstler, die die Moderne mitprägten. Neben den Abstrakten als Wegweiser erfassten sie die Wirklichkeit mit präzisem Strich und verfremdeten sie. Sie interpretierten das Abbild des Gegenständlichen und überhöhten es, um es in einem neuen Licht erscheinen zu lassen. Neben dem Basler Niklaus Stoecklin entwickelte der Thurgauer Auto­didakt Adolf Dietrich (1877–1957) darin eine Meisterschaft. Im Gegensatz zu Stoecklin verstand Dietrich jedoch seine Kunst nicht als Gesellschaftskritik. Laut dem Dietrich-Experten Willi Tobler kommt die damalige Bedrohung bei diesem Maler «überzeitlich» zum Ausdruck: «Der Betrachter ist ­einem aufziehenden Gewitter, bedrohlichem Nachthimmel oder dramatischem Gewölk unmittelbar ausgesetzt. [...]

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