Arte: Eine bewegte Frau

kulturtipp 03/2018 vom

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In einer neuen TV-Dokumentation analysieren Regisseure, Sängerinnen und Sänger den Mythos der Oper «Carmen».

Für Placido Domingo hat Carmen die Frauenbewegung lanciert. Calixto Bieito dagegen sieht in der wohl bekanntesten Opernfigur eine Frau in Bedrängnis. Der spanische Bariton Domingo hat früher oft Carmens Bühnenpartner Don José gesungen. In die Jahre gekommen, inszeniert und dirigiert er heute die Oper. Regisseur Bieito,  ebenfalls Spanier, hat mit seinen «Carmen»-Inszenierungen Geschichte geschrieben, weil er den Mythos Carmen zu entweihen versuchte.

Bieito wie Domingo sprechen in der Doku über ihre unterschiedlichen Interpretationen der 1875 uraufgeführten Oper von Georges Bizet. Höchst interessant sind auch die Äusserungen von Elina Garanca: Die lettische Mezzosopranistin gilt als eine der begehrtesten Carmen-Interpretinnen der Gegenwart und erklärt, wie sie Carmens emotionales Geflecht aus Liebe und Lust, Einsamkeit und Freiheitsdrang auf die Bühne bringt. Sie sei jeweils dankbar um einen Don José, der sie provoziere. Am liebsten ist ihr der französische Startenor Roberto Alagna. Dieser sieht in Bizets Oper ein geniales Werk zum Mythos Frau an sich.

Regisseur Axel Brüggemann zeigt auch Ausschnitte aus mehreren «Carmen»-Inszenierungen und liefert ein modernes Psychogramm der bewegten Zigeunerin, die ihren Freiheitsdrang mit dem Tod bezahlt. Ein höchst interessanter Film nicht nur für Opernfans.

Mythos Carmen
Regie: Axel Brüggemann
D 2017, 45 Minuten
So, 21.1., 23.00 Arte

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