Andrea Gerster: Lob von Arno

kulturtipp 26/2017 vom

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Die Schriftstellerin Andrea Gerster über einen Annäherungsversuch.

Die Schriftstellerin Andrea Gerster (Bild: JANINE GULDENER)

Die Schriftstellerin Andrea Gerster (Bild: JANINE GULDENER)

Schönes Bild, sagte Arno, und sie hätte sich über sein Lob einfach freuen können, aber sie wurde immer nervös, wenn jemand einen Text von ihr las und sie dabei untätig zusehen musste, und sie fragte sich, war­um sie ihm einen Text zu lesen gab, wenn es sie doch beunruhigte. Doch die Frage, war­um Arno von einem schönen Bild sprach, wo doch da gar kein Bild, sondern ein Text sein sollte, war ihr im Augenblick wichtiger. 

Der Kellner brachte den bestellten Wein.

Schönes Bild, wiederholte Arno, und sie ahnte, dass ihr die Sonne heute nicht gut tun würde, und fragte: Darf ich mal? Sie zog den Laptop zu sich herüber und streifte dabei Arnos Hand mit ihrer. Sie schauten gemeinsam auf den Bildschirm, und sie sah, was er gesehen hatte, und sagte: Mein Mann, meine Tochter und die Freundin meiner Tochter, letzten Frühling auf Chios. Was soll daran schön sein? 

Die Stimmung, antwortete er und sah sie prüfend an.

Sie schloss das Bild, das ihren Mann zeigte, dessen Hände über die Mädchenschultern hingen, und öffnete die Datei «Tiere» und fragte sich, woher das Bild gekommen war, es gehörte doch ins Fotoarchiv. 

Das Bild und was danach geschah, wäre eine Geschichte für dieses Tussenheft gewesen, dachte sie. [...]

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