Welch schreckliche Erkenntnis: In der Gerichtsmedizin von Kopenhagen liegt eine unbekannte Tote, Polizist Bjørn ­(Ulrich Thomsen) hebt das Leichentuch – und entdeckt seine eigene Tochter. Für den Pathologen ist klar, dass es Suizid war. Die junge Frau hat sich offensichtlich selber ein Messer ins Herz gestossen. Im übertragenen Sinn spürt auch Vater Bjørn einen Stich ins Herz. Er will partout nicht glauben, dass sich seine Tochter Christina umgebracht hat. Seine Zweifel führen ihn, trotz eindeutigem Obduktionsbefund, zu Ermittlungen auf eigene Faust. Dabei muss er in Abgründe blicken, auch in die ­eigenen der Vergangenheit. Er erfährt, dass seine Tochter mit Drogen und Prostitution zu schaffen hatte, im illegalen Darknet erfolgreich aktiv und mit einer Frau verheiratet war. Ihr hatte Christina gesagt, der Vater sei gestorben. Bjørn, der Verbitterte, will Gewissheit. Seinen Plan verfolgt er nicht immer ganz sauber mit rabiaten Verhör­methoden. Die dänische Serie «Forhøret» («Verdacht/Mord») verfolgt den schmerzhaften Weg des Vaters auf den Spuren seiner Tochter in acht 25-minütigen Folgen. Ein skandinavischer Film noir voller düsterer Melancholie. Für Ironie ist hier kein Platz. Alles ist bitterer Ernst – bis zum dramatischen Ende dieser ersten Staffel. Eine zweite ist bereits in Arbeit.

Forhøret (Verdacht/Mord)
Sky