«‹Reflexe› ist die tägliche Radio-Grundnahrung an Kultur. Das Wichtigste von A wie Ausstellungen bis Z wie Zeitfragen, ­aktuell und vertiefend, vorausblickend und in der kritischen Rückschau.» Mit diesen, etwas umständlichen Worten stellt Radio SRF die knapp halbstündige, wochentägliche Kultursendung auf der Website vor. 

Neue Sendung geplant

Damit könnte bald Schluss sein. Eine interne Arbeitsgruppe «Hintergrund» berät darüber, wie eine neue, einstündige Sendung heissen soll. Wie aus dem Protokoll hervorgeht, favorisiert sie den Namen «Kontext», weil dieser Name dem Publikum geläufiger sei als «Reflexe».

Die bisherige Gewichtung von kulturellen und gesellschaftlichen Themen soll je hälftig beibehalten werden. Dem Protokoll ist weiter zu entnehmen, dass die Namensgebung noch nicht definitiv entschieden ist. Die Zusammenlegung scheint dagegen beschlossene Sache zu sein. Sie wurde bereits vor zwei Jahren diskutiert, als die Redaktionen der beiden Sendungen zusammengefügt wurden. 

«Kein Sparprojekt»

Am 8. Dezember wollen die Programmverantwortlichen Entscheide fällen. «Das Projekt ist kein Sparprojekt. Weder Sendemittel noch Sendezeit werden abgebaut, weder das Themenspektrum noch die Themenvielfalt der heutigen Sendungen wird reduziert», schreibt die Programmleiterin von Radio SRF 2 Kultur, Franziska Baetcke. Tatsächlich stellt sich die Frage, ob sich die beiden Sendungen in ihrem Profil derart unterscheiden, dass das Publikum sie als zwei Sendegefässe wahrnimmt. 

Programmmitarbeiter äussern die Befürchtung, dass künftig Kunst und Literatur zu kurz kommen könnten.

Die Sendungen heute
«Kontext» und «Reflexe» gehen fünf Mal wöchentlich morgens zwischen 09.00 und 11.30 nacheinander über den Sender. 

Die Zweitausstrahlung von «Kontext» ist am frühen Abend, jeweils um 18.30. Zudem wird «Kontext» auf dem Internetsender Radio SRF 4 wiederholt.

«Reflexe» kommt erst um 22.00 zur Zweitausstrahlung.