Als Jugendlicher ist er in den Ferien fast im Meer ertrunken. Die gespürte Ewigkeit, als er unter Wasser einen bemoosten Felsen vor Augen hatte, erzählt Martin Dahanukar in «Noir est la mer». Es ist kein bedrohlich wirkender Song, seine Schönheit ist von tiefer Reinheit wie das Meerwasser an der besungenen Côte d’Azur.

«Ich bin ein Romantiker», erklärte der heute 47-jährige Berner seinen Drang nach Schönheit einst dem «Bund». Mit seiner Musik wolle er Trost spenden. Dies gelingt dem Trompeter, der als Heavy-Metal-Gitarrist zur Musik fand, auf eindringliche Art. Sein lyrischer Ton und seine melodieseligen Kompositionen erzeugen Bilder von flirrender Dichte.

Dahanukar, in München als Sohn deutsch-indischer Eltern geboren und aufgewachsen, lebt seit seiner Jugend in der Schweiz. An der Hochschule Luzern hat er Jazztrompete studiert. Heute ist er in der Berner Szene aktiv. Drei seiner bislang sieben Alben hat er mit einem Quartett eingespielt, das während zehn Jahren bestand und zu dem auch Gitarrist Vinz Vonlanthen gehörte.

2014 lancierte er ein neues Quartett mit dem Pianisten Michael Haudenschild, Bassist Philipp Moll und Perkussionist Willy Kotoun. Von dieser Formation erscheint nun das erste Album «Traumesrauschen». Traumhaft verwunschen klingen sie tatsächlich: Die neun Kompositionen, die vom Meer erzählen, von anderen Erinnerungen, aber auch von musikalischen Reverenzen an die Zeit des Swing und Bebop. Erste Konzerte stehen an. Gut möglich, dass weitere folgen.
    
CD
Martin Dahanukar 
Traumesrauschen 
(Skip Records August 2016).

Konzerte 
Do, 14.7., 20.30 Werkhof 102 Bern
Do, 27.10., 21.00 Bejazz Bern
Mi, 9.11., 20.30 Theater am Gleis Winterthur
www.martindahanukar.com