Im Wirbel der Klangjongleure
Als hätte ein Tüftler TV-Jingles und Handy-Klingeltöne mit zerschnittenen Tonspuren aus alten Videogames zusammengemixt: So klingt das neue Album des Quartetts ­Synesthetic4 beim ersten Reinhören. Doch elektronischer Machart ist hier gar nichts. Vincent Pongrácz spielt Klarinette, ­Peter Rom Gitarre, Manuel Mayr Bass und Andreas Lettner Schlagzeug. Diese vier Stammspieler der Wiener Jazzszene sind aber ver­sierte Klangjongleure und wirbeln hier kunstvoll Funk, Jazz und Hip-Hop durcheinander. Dies tun sie mit dem Wissen und der Fertig­­-
keit akademisch geschulter Musiker, mischen aber eine gehörige Portion Schmäh bei, was sich im Album­titel «Ah Wow Ha» niederschlägt. So unterhaltsam kann Kunstmusik klingen, wenn Kopf und Bauch gleichermassen beteiligt sind.

Synesthetic4
Ah Wow Ha
(Jazzwerkstatt Records 2022)